Die Heilstätte der Feintuchwerke

Ein verträumtes Lungensanatorium mit wunderschöner Architektur

Alte Lungenheilstätten haben schon immer eine magische Anziehungskraft gehabt. Ob die legendären Beelitzer Heilstätten oder das Sanatorium Hohenlychen, fast immer bestechen sie mit einer wunderschönen architektonischen Ästhetik in malerischen Kiefernwäldern. Diese Lungenheilanstalt hier, ganz in der Nähe von Cottbus,  ist dabei ein echter Leckerbissen für Heilstättenfans. Die Anlage ist eine Glanzleistung der Volksheilstättenbewegung, eindrucksvoll gestaltet mit schönen Zierelementen, Fachwerk und zwei Türmen. Errichtet mit einem Höchstmaß an Perfektion, um die Heilung von an Tuberkulose erkrankten Frauen aus den Tuchfabrikationen in der Lausitz und Forst mit diätisch-hygienischen Behandlungsmethoden zu gewährleisten. Die Gebäude haben übrigens eine verblüffende Ähnlichkeit mit den expressionistischen Erweiterungsbauten in der Heilstätte am Grabowsee. Kein Wunder, sie haben ja auch den selben Architekten: Regierungsbaumeister a. D. Arnold Beschoren.

Diese Fototour geht aus dem Programm

Die alte Lungenheilstätte wurde jetzt verkauft. Alle Termine sind somit die letzten Gelegenheiten, die Location vor Beginn der Sanierungsarbeiten  mit einer Fototour besuchen zu können. Wir wünschen dem neuen Eigentümer ganz viel Erfolg bei der Umsetzung seiner Ideen. 

Die Heilstätte der Feintuchwerke

1897: Landesversicherungsanstalt Brandenburg (LVA) beschließt den Bau einer Heilstätte für 100 lungenkranke Frauen nahe Cottbus
1898: Am 01. August ist die Grundsteinlegung der Heilstätte
1900: Am 13. Juni ist dann die feierliche Einweihung der Heilstätte
1901: Am 22. September besucht Prof. Dr. Robert Koch die Heilstätte. Sein guter Freund und Kollege Dr. Bruno Bandelier besetzte seit Einweihung der Heilstätte die Stelle des Chefarztes.
1912: Bau eines Röntgenhauses
1916: Erster Weltkrieg – Einstellung des Heilstättenbetriebs im ersten Weltkrieg
1924: Anschluss an das Überlandnetz der Stromversorgung und Einstellung der Stromerzeugung mittels Dampfmaschine und Dynamo
1925: Ausbau der Bettenkapazitäten auf 165 Plätze
1926: Weitere umfangreiche Erweiterungsarbeiten (Bettenaufzug, Arzt- und Dienstwohnungen, Desinfektion …)
1929: Ausbau der Bettenkapazitäten auf 210 Plätze
1944: Kurz vor Kriegsende Umnutzung als Feldlazarett / außer dem Verlust eines Omnibusses gab es keine Kriegsschäden
1946: Vollständiger Betrieb als Lungenheilstätte für Frauen und Männer
1947: Ausbau der Bettenkapazitäten auf 250 Plätze (Aufbau einer Kinderstation)
1950: Ausbau der Bettenkapazitäten auf 300 Plätze –> dies wurde durh den Ankauf von Ländereien und den Ausbau der eigenen Gärtnerei möglich
1960: Starker Rückgang der Turberkuloseerkrankungen in der DDR –> die Auslastung der Heilstätte sinkt
1972: zur Steigerung der Auslastung wird die Heilstätte dem Bezirkskrankenhaus Cottbus zugeordnet –> Unterbringung einer Orthopädischen Klinik mit 3 Stationen, einer Lungenklinik, einer Rehastation nach Herzinfarkt und einer Hautklinik
1986: Am 04. Oktober werden die Flächen und Gebäude der Heilstätte in die Kreisdenkmalliste aufgenommen
1990: Umfangreiche Sanierungsarbeiten und Modernisierungen an den Gebäuden und bei der Klinikausrüstung
2007: Am 31. Dezember wird der Klinikbetrieb eingestellt. Verkauf der Immobilie an eine Vermögensverwaltungs GmbH

Im 19 Jahrhundert wurde die Lausitz durch die Textilindustrie geprägt. Unzählige Betriebe und Fabriken siedelten sich in Städten wie Forst, Cottbus oder Plessa an. Sie brachten Arbeit, Wohlstand aber auch viele Probleme mit sich.

Schnell war die Luft in den Städten durch Feinstaub, Abgase und Ruß verpestet. Die Menschen und Arbeiter litten unter den typischen Lungenkrankheiten. Linderung fanden sie nur in der wunderschönen Natur der Lausitzer Wälder. Das man hier noch durchatmen konnte erkannte auch die Landesversicherungsanstalt. Am 02.08.1898 ließ sie deshalb den Grundstein für den Bau einer Lungenklinik legen.

Am 13.06.1900 wurde die idyllisch im Wald gelegene Lungenheilstätte feierlich eröffnet. Fortan konnten die Patienten bei modernsten, medizinischen Methoden und besten, äußerlichen Umständen genesen. Im wunderschön gestalteten Park wurden sie bei gutem Wetter sogar an der freien Luft behandelt.

Obwohl die Heilstätte während des ersten Weltkrieges den Betrieb einstellen musste und im zweiten Weltkrieg mit Patienten eines nahegelegenen, ausgebombten Krankenhauses belegt wurde verlor sie nicht ihre Bedeutung als Lungenklinik. Nachdem 1949 eine Abteilung für Lungenchirurgie eröffnet wurde war das „Bezirkskrankenhaus für Lungenkrankheiten Cottbus“ mit seinen 300 Betten die größte TBC-Heilstätte der DDR.

Erst in den 70er Jahern funktionierte man die Lungenklinik in eine Rehaklinik für Schlaganfallpatienten um. Es wurden aber auch Herzinfarkte und orthopädische Erkrankungen behandelt sowie medizinisches Personal ausgebildet. Bis 2007 existierte die alte Heilstätte als Außenstelle des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus. Seit seiner Schließung verwildert der Park und verfällt das neugotische Gebäudeensamble.

Die Tour in die Lungenheilstätte der Feintuchindustrie ergänzt sich perfekt mit unserer Fototour in den Forster Feintuchwerken. Beide Orte liegen nur etwa 30km voneinander entfernt und erschließen Euch somit gleich 2 Locations innerhalb einer Region. Und in Forst seht ihr die Fabriken, von wo Patienten für die Heilstätte herkamen 🙂

Foto-Charakter des Ortes

Diese Lungenheilstätte hier ist vergleichbar mit den Heilstätten Hohenlychen und Grabowsee. Falls du diese Heilstätten bereits kennst, weiß du, was dich hier erwartet. Die Anlage ist allerdings nicht ganz so große wie die beiden vergleichbaren Sanatorien. Dafür ist aber sowohl der Charakter, als auch die Architektur nahezu identisch. Der Architekt der Gebäude  ist sogar der selbe, wie der am Grabowsee: Regierungsbaumeister a. D. Arnold Beschoren.

Räume, Inventar und Details
Wie bei allen Heilstätten sind auch hier die Räume komplett leer. Auch wenn man noch einen alten Dieselgenerator, ein paar Geräte im OP und einige sehr hübsche Lampen entdecken kann, gibt es so gut wie kein Inventar mehr. Du entdeckst und fotografierst hier hauptsächlich architektonische Details und wunderschöne Zierelemente, wie Wasserspeier, eine Turmuhr oder originale Wandmalerein und Beschriftungen.

Architektonische Besonderheiten
Das historische Haupthaus wurde um einige Erweiterungsbauten in verschiedenen Zeitepochen ergänzt. So finden sich hier auch verschiedene Stilepochen wieder, wie die bereits angesprochenen und von Beschoren gestalteten Bauten des Expressionismus. Ein Erweiterungsbau ist die chirurgische Abteilung mit den OP´s. Die OP´s erinnern übrigens sehr stark an die im Regierungskrankenhaus der DDR. Wenn du diese Tour damals bei uns mit gemacht hast, dann weißt du Bescheid.

Auch Fans von schönen Treppenhäusern kommen hier voll auf ihre Kosten. Eine Kapelle, alte Aufzüge, ein düsterer Keller, Verbindungs-Tunnel und ein altes Heizhaus mit Kohlebunker ergänzen die architektonischen Details. Es lohnt sich hier mal mit einem Tele-Objektiv auf Entdeckugsreise zu gehen.

Stil
Heilstätten sind in einer Zeit gebaut worden, in der eine Tuberkulose-Epedemie unvorstellbare Außmaße angenommen hat, ohne dass nennenswerte Medikamente für die erfolgreiche Behandlung zur Verfügung standen. Die Behandlungsmethoden setzten daher auf Ernährung, Sport und Kuren. Entsprechend sind die Gebäude architektonisch reizvoll gestaltet. Nichts soll hier an ein Krankenhaus erinnern, sondern eher an einen herrschaftlichen Landsitz. Alles ist auf das Wohlbefinden ausgerichtet. Eingebettet in eine traumhafte Wald- und Parklandschaft, findest du hier wunderschöne Häuser, die eine wild-romantische Ausstrahlung haben.

Licht
Ähnlich, wie bei anderen Heilstätten auch, sind die Gebäude nach Süden ausgerichtet, um den Pfleglingen mehr Sonnenlicht zu garantieren. Das lässt natürlich unser Foto-Herz höher schlagen. Der Lichteinfall ist hier einfach phänomenal.

Shootings
Der romantische Stil der Gebäude und der grandiose Lichteinfall, schaffen ideale Voraussetzungen für Model-Shootings. Hier solltest du entweder mit 50mm bis 85mm shooten, der mit 70-200 für ein schönes Bokeh. Bitte beachte aber, dass die Eigentümer der Anlage kein Akt möchten!

Fazit
Diese Tour ist mal wieder ganz klar ein schöner Ausflug für Heilstättenfans und Liebhaber von romantischen Motiven. Die Anlage ist nicht so groß, wie Beelitz Heilstätten, Hohenlychen oder die am Grabowsee. Dafür ist sie aber dennoch absolut ähnlich mit Hohenlychen oder die expressionistischen Bauten am Grabowsee. Es gibt kein Inventar mehr und die Räume sind leer. Dafür sind die romantische Architektur und das Licht der absolute Wahnsinn. Also ideal auch für Shootings.

Was geht bei dieser Tour und was nicht?

Du kannst dich auf dem Gelände und in den Häusern völlig frei bewegen und alles alleine intensiv erkunden und fotografieren. Es gibt keine geschlossenen Gruppen bei dieser Tour. Unsere Guides betreuen dich gerne, beantworten deine Fragen und zeigen dir individuell die schönsten Motive.

Model-Shooting

Auf Anfrage! Bei dieser Tour sind Foto-Shootings nur bedingt erlaubt. Bitte sage uns schon bei deiner Buchung Bescheid, wenn du gerne Shooten möchtest. Wir können dann dein Shooting gemeinsam mit dir planen. So werden unerwartete Situationen vor Ort vermieden. Und bitte plane dein Shooting so, dass du nicht allzu lange an einem Spot verweilst. Andere Teilnehmer möchten den Spot ja auch gerne fotografieren.

Akt-Shootings

Akt, Dessous, Bondage oder Cosplay sind bei dieser Tour leider nicht erlaubt. 

Blitz- und Dauerlichtanlagen

Wenn du gerne mit Equipment arbeiten möchtest (Rotolights, Fotolampen, Softboxen, Diffusor, Beauty Dish´s, Reflektoren), sag uns bitte Bescheid. Wir planen das bei der Tour mit dir zusammen.

Mit dem Auto auf das Gelände

Bei dieser Fototour können wir mit dem Auto leider nicht auf das Gelände fahren.

Der Eigentümer wünscht hier leider keine Drohnenflüge. Drohnenflüge sind hier also nicht erlaubt.

Kinder

Diese Fototour ist ab einem Alter von 14 Jahre. Kinder und Jugendliche unter 18 müssen in Begleitung der Eltern kommen und zahlen den vollen Preis. Liebe Eltern, bitte achtet darauf, dass der Ort ein Leerstandsobjekt ist und somit viele Gefahren birgt. Bitte lasst eure Kinder nicht frei herumlaufen.

Begleitung

Bei dieser Fototour muss jeder Teilnehmer ein Ticket erwerben. Das gilt auch für Jugendliche ab 14, Models, Foto-Assistenten, Hair- & Make-up Artists, Visagistinnen, Familienmitglieder oder Freunde, die nicht fotografieren wollen.

Hunde

Es gibt hier einige Wildtiere, die auch während der Tour angetroffen werden können. Der Betreiber des Ortes wünscht zum Schutz dieser Tiere keine Hunde auf dem Gelände.

Vorbereitung

Wir treffen uns direkt vor Ort.
Eine genaue Anfahrtsbeschreibung erhält du nach der Buchung.

Die alte Heilstätte befindet sich in der Nähe von Cottbus.
Der Ort ist mit den Öffies sehr gut erreichbar (Regio und Bus 2-Stündlich)

Parkplätze befinden sich in den Nebenstraßen des Geländes.

Nach Buchung dieser Tour bekommst du folgende Dokumente zum download:
  • Ein Motiv-Übersichtsplan
  • Ein Moodboard zum inspirieren
  • Einen Lageplan mit Gebäudegrundrissen
  • Hotel-Empfehlungen
  • Tipps für Ausflüge in die Umgebung

Alle Listen und Pläne erhältst du als PDF mit einem Download-Link.

Das solltest du alles mitnehmen. Hier eine kleine Checkliste:
  • Festes Schuhwerk
  • Warme Kleidung, die auch Schmutz vertragen kann
  • Taschenlampe (Für die Keller-Bereiche)
  • Videolampe (Für die Ausleuchtung der dunklen Bereiche)
  • Müllbeutel
  • Mundschutz
  • Feucht- und Desinfektionstücher für die Hände
  • Verpflegung
Und hier noch ein paar Tipps zur Fotoausrüstung:
  • Im Sanatorium ist besonders bei Sonne genügend Licht vorhanden.
  • Die Keller und Verbindungstunnel sind dagegen Stockfinster.
  • Wir empfehlen Videolampen für helles Streulicht.
  • In den Treppenhäusern benötigst du ein gutes Weitwinkel-Objektiv (28mm).
  • Auch für einen Look-Up in der Kapelle ist ein gutes Weitwinkel wichtig.
  • Stativ (Für Langzeitbelichtung & HDR-Aufnahmen)
  • Microfasertuch zum Linsenreinigen (bei Regen & Staub)
  • Voll geladene Akkus (oder Ersatzakku)
  • Genug Speicherkarten

Wir empfehlen, alles gut am Körper verstaut und schnell Griffbereit zu haben. So musst du deinen Fotorucksack oder deine Fototasche nicht auf dem staubigen Boden absetzen. Slingbags, Sun-Sniper-Kameragurte und Brust- oder Bauchtaschen haben sich auf den Touren sehr gut bewährt.

Tipp: Bei Kälte halten die Akkus nicht so lange.
Tipp: In den Häusern ist es kühl und feucht (wärmer kleiden).

Die Instagram-Hashtags der Tour sind:

#heilstätten
#lungenheilstätte
#sanatorium
#tuberkuloseheilanstalt

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#fototour
#go2knowfototour
#igersmeetgo2know

Über eine Markierung würden wir uns sehr freuen :

@go2know

Vielen Dank 🙂

Hinweise

Bitte beachte, dass du die Fotografien, die du auf der Tour aufnimmst nur für private Zwecke verwenden darfst. Kommerzielle Nutzungen müssen vorher angefragt werden. Du darfst deine Fotografien aber in den sozialen Netzwerken posten, auf deiner Webseite zeigen oder auf Ausstellungen präsentieren. Private Fotoshootings sind bei dieser Fototour ebenfalls erlaubt.

Deine Sicherheit

Deine Sicherheit bei den Touren ist uns sehr wichtig. Daher wird jeder Ort von uns regelmäßig auf Gefahrenstellen überprüft.  Sollten sich Gefahrenbereiche ergeben, werden diese von uns abgesperrt. Wir wählen die Absperrungen so, dass sie in deinem Foto möglichst nicht stören. Bitte respektiere diese abgesperrten Bereiche. Außer dieser abgesperrten Bereiche kannst du dich auf den Touren völlig frei bewegen.

Haftungsbeschränkung

Bei der Location dieser Tour handelt es sich um einen verlassenen Ort. Das Betreten des Geländes und der Gebäude ist außerhalb der genehmigten Fototouren und Führungen strengstens verboten. Während der Fototouren erfolgt das Betreten der Gelände und der Gebäude auf eigene Gefahr. Bei Unfällen oder Verletzungen übernimmt go2know und der Eigentümer der Gebäude keine Haftung. Eltern haften für ihre Kinder.

Risikoerklärung

Die Gelände und auch die Gebäude, die bei dieser Tour betreten werden, bergen Gefahren. Die Häuser waren als Leerstandsobjekt viele Jahre lang sich selbst überlassen. Im Boden können sich Löcher und andere Unebenheiten befinden. Stufen, Geländer und jedwedes Inventar entspricht nicht zwingend den heutigen Sicherheitsstandards öffentlich zugänglicher Gebäude. Am Boden verteilen sich teilweise Schuttteile, Glassplitter und einzelne scharfkantige Gegenstände. Einige Gebäudeteile und Bereiche in den Dächern sind marode und einsturzgefährdet. Die Treppengeländer können durchgerostet sein. Die hygienischen Bedingungen in den Häusern entsprechen nicht den üblichen Standards in sanierten Gebäuden. Daher verlangt das Begehen des Ortes erhöhte Aufmerksamkeit.

Alle Texte und Bilder in dieser Tour-Beschreibung entsprechen dem aktuellen Zustand vor Ort. Da es sich bei der Location um ein Leerstandsobjekt handelt, kann es aber sein, dass ich kurzfristig Änderungen ergeben. Wir aktualisieren in diesem Fall schnellst möglich unsere Angaben und Bilder oder informieren dich, falls die Änderungen deine gebuchte Tour einschränken.

Allgemeine Informationen

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Diese Fototour ist nur 30 km entfernt von den Forster Feintuchwerken. Sie passt zudem hervorragend dazu, weil hier vor allem Frauen aus der Tuchindustrie behandelt wurden.

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79,00 

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