
Lightpainting – mit Licht malen und besondere Orte neu entdecken
Manchmal reicht ein Funke Licht, um einen Ort völlig neu zu entdecken. Beim Lightpainting wird Fotografie zu einer kleinen Liveperformance: Ihr bewegt Licht durch dunkle Räume, zeichnet Linien in die Luft und macht sichtbar, was sonst verborgen bleibt. Gerade an besonderen Orten entfaltet diese Technik ihre ganze Magie.
In diesem Beitrag nehmen wir euch mit in die Welt des Lightpaintings – mit kreativen Ideen, ehrlichen Tipps zur Ausrüstung und einem Ausblick auf eine Nacht, die ihr so schnell nicht vergessen werdet. Viele der Tipps und Techniken, die ihr in diesem Beitrag findet, könnt ihr übrigens live ausprobieren: bei unserem magischen Lightpainting-Event mit den Lightpainting-Profis von ZOLAQ im Hubertusbad. In einer geheimnisvollen Nacht öffnet dieser besondere Ort seine verborgenen Bereiche und wird zur Bühne für Licht, Bewegung und Fotografie.

ZOLAQ Lightpainting-Kurs im Hubertusbad
Eine geheimnisvolle Nacht in den verborgenen Bereichen des alten Stadtbad Lichtenberg.
Was ist Lightpainting?

Lightpainting ist eine fotografische Technik der Langzeitbelichtung, bei der der Kameraverschluss mehrere Sekunden oder sogar Minuten geöffnet bleibt. In dieser Zeit bewegt ihr gezielt Lichtquellen durch den Raum und malt so Formen, Linien oder Akzente direkt ins Bild.
Das Faszinierende daran:
Sichtbar wird nur das Licht, alles andere tritt in den Hintergrund.
Der Grund dafür ist einfach: Alles, was sich während der langen Belichtung ständig bewegt, wird von der Kamera nicht dauerhaft „festgehalten“. Bewegt ihr euch selbst durch den dunklen Raum, ohne dauerhaft angestrahlt zu werden, fallt ihr im Foto praktisch weg (eine faszinierende Erfahrung, wenn ihr es live erlebt!) . Das Licht hingegen hinterlässt Spuren, weil es hell ist und über die gesamte Belichtungszeit aufgezeichnet wird.
So entstehen Bilder, in denen Licht scheinbar frei im Raum schwebt – während die Menschen, die es geführt haben, unsichtbar bleiben. Ihr gestaltet das Foto aktiv und macht Fotografie zu einem kreativen Erlebnis.
Was macht Lightpainting so spannend

Lightpainting verbindet Technik mit Gefühl. Ihr reagiert auf Räume, Architektur und Atmosphäre, statt nur abzubilden. Besonders an historischen oder verlassenen Orten entsteht so eine ganz eigene Bildsprache: marod, würdevoll, geheimnisvoll – und voller wundervoller Motive.
Jedes Bild ist ein Unikat. Keine Bewegung, kein Lichtstrich lässt sich exakt wiederholen. Genau das macht den Reiz aus.
Kreative Ideen für eure Lightpainting-Motive
Lichtformen & Bewegung

Kreise, Spiralen oder Bögen sind ideale Einstiegsformen und helfen, ein Gefühl für Zeit und Bewegung zu entwickeln.
Schrift & Symbole
Wörter oder Zeichen direkt ins Bild schreiben – besonders wirkungsvoll in großen, dunklen Räumen.
Architektur betonen
Säulen, Beckenränder oder Fensterachsen lassen sich mit Licht nachzeichnen und neu interpretieren.
Mensch & Licht

Silhouetten oder Umrisse binden Menschen in die Szene ein, ohne den Ort zu überlagern.
Die ideale Ausrüstung für Lightpainting
Beim Lightpainting arbeiten wir mit Langzeitbelichtung. Wichtig ist daher nicht teures Equipment, sondern Verlässlichkeit.

Kamera & Auslösung
- Kamera mit manuellem Modus und BULB-Funktion
- Stabiles Stativ (unverzichtbar)
- Fernauslöser (Kabel, IR, WiFi, Bluetooth)
Tipp: Probiert Fernauslöser oder Selbstauslöser bereits zu Hause aus.
Objektive
- Lichtstärke ist nicht entscheidend
- Üblich sind Blenden zwischen f/7.1 und f/11
- Weitwinkel (ca. 10–24 mm) sind ideal, besonders in Innenräumen
Energie & Praxis
- Voll geladene Akkus oder Ersatzakku
- Genug Speicherkarten
- Mikrofasertuch für Staub und Feuchtigkeit
Hinweis: Kälte und lange Belichtungen kosten viel Akku.
In alten Gebäuden ist es zudem kühl und feucht – warme Kleidung lohnt sich.
Typische Anfängerfehler
Gerade am Anfang stolpert fast jeder über dieselben Hürden: zu kurze Belichtungszeiten, eine fehlende Bildidee oder Autofokus-Probleme. All das gehört zum Lernprozess dazu – und lässt sich am besten durch Ausprobieren, Wiederholen und ein gutes Gefühl für Licht und Zeit vermeiden. Hier haben wir dir die typischen Anfängerfehler beim Lightpainting aufgeschrieben:
- Zu kurze Belichtungszeiten
- Autofokus im Dunkeln nicht ausgeschaltet
- Spiegelvorauslösung nicht deaktiviert
- Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtung noch an
- Wackliger Boden (Brücken, Holzdielen)
- Zu viel Umgebungslicht
- Andere Lichtquellen im Bild (Handy, Uhr)
- Keine schwarze Kleidung
- Keine Bildidee vor dem Auslösen
All das gehört dazu – und lässt sich am besten durch Übung vermeiden.
Lightpainting live erleben:
ZOLAQ Lightpainting im Hubertusbad

Lightpainting versteht man erst wirklich, wenn man es selbst tut: wenn Licht durch dunkle Räume wandert, Architektur sichtbar macht und Bilder entstehen, die man nicht planen kann.
Genau dafür gibt es den ZOLAQ Lightpainting-Kurs im Hubertusbad.
Eine seltene Gelegenheit, diesen eindrucksvollen Ort nachts zu erleben, verschiedene Techniken auszuprobieren und gemeinsam mit erfahrenen Lightpaintern neue Bildwelten zu entdecken.
Weitere Informationen und Anmeldung findet ihr hier:
https://www.go2know.de/event/hubertusbad-lightpainting-kurs/
Mehr als nur eine Technik
Lightpainting ist mehr als eine Technik. Es ist eine Einladung, Fotografie langsamer, bewusster und kreativer zu erleben – besonders an Orten, die Geschichte in sich tragen.
Vielleicht beginnt euer nächstes starkes Bild genau dort, wo das Licht ausgeht.