Die Sophienheilstätte in Bad Berka

Das größte Fachwerkhaus Europas – gespenstisch und romantisch

Es ist das größte noch erhaltene Fachwerkhaus Europas. Und in diesem uralten Haus kann man sich regelrecht verlaufen. Allein seine Größe, die langen Flure, die vielen Zimmer und die riesige Kelleranlage machen das Gebäude fast unüberschaubar. Die alten Gemäuer haben eine unheimliche und düstere Ausstrahlung und sind dennoch faszinierend und wunderschön zugleich. Man fotografiert hier sehr romantische Motive mit einer starken visuellen Kraft. Auch das Licht ist hier unfassbar schön, weil das Haus exakt nach Süden ausgerichtet ist. Das kennen viele von euch sicher schon von unseren Fototouren in den anderen Heilstätten, wie etwa in Beelitz, am Grabowsee oder in Hohenlychen. Daher ist dieser Ort auch ideal für Shootings mit „Available Light“ geeignet.

Sophienheilstätte Bad Berka (Eine Anlage der LVA Thüringen, Weimar)

1898: Erbaut als Genesungshaus (langgestreckter Pavillonbau (2 Stockwerke, 80 Betten))
1899: Erste Erweiterung um einen zweiten Flügel
1911: Zweite Erweiterung als imposantes, langgestrecktes Fachwerkhaus (200 Betten)
1912: Erweiterung der Anlage um das Rittergut München zu arbeitstherapeutischen Zwecken
1924: Umbau zur thoraxchirurgischen Klink
1970: Umbau zum herzchirurgischen Zentrum der DDR
1992: Letzter Betrieb

1807 machte ein ehemaliger Diener und Sekretär Johann Wolfgang von Goethes im kleinen Städtchen Berka auf besondere Quellen aufmerksam. Schnell wurde die Bedeutung dieser Heilquellen erkannt und bereits im Jahr 1813 das erste Schwefelbad eröffnet. Mit der Unterstützung solcher Persönlichkeiten wie der des Herzogs Carl August und Goethes selbst und unter der Leitung großherzoglicher Baudirektoren entwickelte sich Berka rasant zu einem mondänen Kurstädtchen. Ein Kurpark wurde gestaltet, ein Moorbad gebaut, ein Badegesellschaftshaus eingeweiht und schließlich erhielt der Ort im Jahr 1911 den Titel „Bad“.

Nach und nach siedelten sich Erholungsheime privater Betreiber an. Sie wollten Kranken eine zeitweilige Heimstatt für ihren Kuraufenthalt anbieten. Den Erfolg solcher Einrichtungen erkannten schließlich auch die damaligen Versicherungsträger. Schnell wurden neue Konzepte entwickelt die sich speziell an lungenkranke Personen richteten. Private Betreiber und Badeärzte begannen zusammen zu arbeiten und so entstand in der Kurpension „Schloss Rodberg“ eine erste Lungenheilanstalt.

Als 1888 die „Waldschlafstätten“ für Lungenkranke eingeweiht wurden begann sich unter den Berkarer Badegästen und Bäderbetreibern der Protest gegen diese Einrichtungen zu regen. Man hatte schlichtweg Angst vor diesen Schwindsüchtigen. Gleichzeitig stieg der Bedarf nach solchen Krankenhäusern jedoch rasant. 1898 veranlasste deshalb das Staatsministerium den Abriss dieser „Tuberkelbaracken“ und legte 4km außerhalb von Berka den Grundstein für eine neue, größere Lungenheilstätte.

Bereits nach weniger als einem Jahr musste die Anlage erweitert werden. Die Nachfrage nach Betten war zu groß. Immer mehr lungenkranke Arbeiter strömten aus den thüringischen Industriestädten auf die Liegebalkone der Sophienheilstätte.

Nach dem 2. Weltkrieg verhinderte Chefarzt Dr. Tegtmeier die Umwandlung in ein Seuchenkrankenhaus für sowjetische Soldaten. Er sorgte auch für die Zusammenlegung verschiedener, alter Genesungsheime mit der Sophienheilstätte zu den Heilstätten Bad Berka. Mit dem Rückgang der Tuberkulose erfolgte ab den 70er Jahren der Umbau der Heilstätte zum herzchirurgischen Zentrum der DDR.

Die alte Sophienheilstätte ist heute das größte noch erhaltene Fachwerkhaus Europas. Teuerster italienischer Marmor bedecken die Böden. Die mächtigen Sandsteinsockel an der Außenfassade bilden ein ganz besonders schönes Detail. Viele Geschichten konnten wir inzwischen von Zeitzeugen erfahren. Nicht nur Ärzte und Mitarbeiter aus der DDR-Zeit plauderten aus dem Nähkästchen, sondern sogar Menschen, die noch ihre Kindheit in der historischen Anlage vor dem zweiten Weltkrieg hier verbracht haben. Gerne erzählen wir dir von diesen Geschichten auf der Tour.

Foto-Charakter des Ortes

Das riesige Haus hat eine krass-gespenstische Ausstrahlung. Die langen Gänge und die vielen leeren Zimmer wirken düster und gruselig. Diese Wirkung des alten Hauses wird noch dadurch genährt, dass es in den unteren Etagen ziemlich dunkel ist.

Bei dieser Fototour fotografierst du hauptsächlich Motive mit einer sehr wild-romantischen Wirkung. Die Bilder strahlen eine geheimnisvolle Ruhe aus. Durch einige Fenster wuchert Efeu in die Räume.

Es gibt unzählige Balkone, Flure und Treppenhäuser. Die Zimmer sind südlich ausgerichtet und die Oberen Räume lichtdurchflutet. Hier kann man also auch wunderbar mit „Available Light“ shooten. Die Hintergründe und Strukturen an den Wänden sind einzigartig schön. Auch die herunterfahrbaren Holzfenster und die alten Türen ermöglichen fantastische Lichtspiele.

Das alte Haus ist teilweise sehr dunkel. Besonders im ersten Stockwerk kommt kaum Licht herein. Hier empfehlen wir ein Stativ. In den Sälen und Treppenhäusern benötigst du wegen der Größe ein gutes Weitwinkel-Objektiv. Während die Keller, die Kapelle und das Erdgeschoss eher düster sind, wird das Licht mit jeder Etage, die man noch oben kommt heller. Ein Idealer Ort also, um kreative Ideen umzusetzen.

Viele Stellen im Haus wirken sehr verfallen und marode. Es gibt einige Graffitis, aber kaum Spuren von Vandalismus.

Der Fotografische Anspruch ist hier etwas höher, als zum Beispiel in den Beelitzer Heilstätten. Die Motive drängen sich nicht sofort auf, da die Zimmer sehr leer sind. Mit einem guten Blick bekommst du aber wunderbar marode und romantische Fotografien hin.

Die gruselige Wirkung des Hauses ist dermaßen intensiv, dass sich hier wunderbar Ideen und Shootings umsetzen lassen. Durch die Leere wirkt das Haus sehr verlassen. Das öffnet Raum für Fantasie. So wird auch die Möglichkeit, so ein altes Haus alleine zu erkunden können, zu einem intensiven Erlebnis.

Was geht bei dieser Tour und was nicht?

Du kannst dich auf dem Gelände völlig frei bewegen und die Gebäude vom Keller bis zum Dach ganz alleine intensiv erkunden und fotografieren. Es gibt keine geschlossenen Gruppen bei dieser Tour. Unsere Guides zeigen dir gerne individuell die schönsten Motive.

Model-Shooting

Bei dieser Tour sind Foto-Shootings erlaubt. Wir freuen uns sehr darüber, wenn du deine kreativen Ideen hier umsetzen möchtest. Bitte sage uns aber vorher Bescheid, damit wir dein Shooting gemeinsam mit dir planen können. So werden unerwartete Situationen vor Ort vermieden. Und bitte plane dein Shooting so, dass du nicht allzu lange an einem Spot verweilst. Andere Teilnehmer möchten den Spot ja auch gerne fotografieren.

Akt-Shootings

Auch Akt, Dessous, Bondage oder Cosplay sind bei dieser Tour möglich. Das müssen wir aber von den anderen Teilnehmern der Tour trennen. Denn sowohl dein Model, als auch die Anderen sollten bei deinem Shooting nicht aufeinander treffen. Hier ist eine telefonische Planung sehr wichtig! Bitte kontaktiere uns, wenn du ein Akt-Shooting vor hast.

Blitz- und Dauerlichtanlagen

Du kannst nicht an allen Motiven mit “Available Light” shooten. Wenn du also mit Equipment arbeiten möchtest (Rotolights, Fotolampen, Softboxen, Diffusor, Beauty Dish´s, Reflektoren), sag uns bitte Bescheid. Wir planen das bei der Tour mit ein. So werden andere Teilnehmer beim Shooten nicht gestört.

Mit dem Auto auf das Gelände

Falls du auf das Gelände fahren möchtest, um Equipment oder Klamotten zu entladen oder um eine Umkleide für dein Model zu haben, sag uns bitte auch Bescheid. Wir finden dann einen Stellplatz für dich, der kein Motiv verdeckt.

Tipp

Am Boden und an den Wänden ist es sehr staubig. Das solltest du unbedingt beachten, falls die Klamotten deines Models nur geliehen sind. Am besten, du besorgst dir eine Unterlage oder Plane, auf der du die Klamotten ablegen kannst. Wenn du Umkleideräume und Wärmegeräte benötigst, kontaktiere uns bitte vorher per E-Mail.

Du darfst deine Drohne bei dieser Tour gerne einsetzen. Achte aber darauf,  die anderen Teilnehmer nicht zu stören. Bitte gebe uns vor der Tour Bescheid, wenn du mit der Drohne fliegen möchtest.

Kinder

Bis zum Alter von 10 Jahren können Kinder an den Touren kostenlos teilnehmen. Ab 10 bezahlt das Kind den vollen Preis. Liebe Eltern, bitte achtet darauf, dass der Ort ein Leerstandsobjekt ist und somit viele Gefahren birgt. Bitte lasst eure Kinder nicht frei herumlaufen. Bei den Touren gibt es zudem keine Betreuungsmöglichkeit für Kinder. Die Tour dauert recht lange. Eurem Kind könnte es mit der Zeit langweilig werden. Wir empfehlen dir daher, für den Fototag eine Kinderbetreuung zu organisieren. So kannst du dich in Ruhe auf das Fotografieren und das Erkunden der Gebäude konzentrieren.

Begleitung

Bei dieser Fototour muss jeder Teilnehmer ein Ticket erwerben. Das gilt auch für Models, Foto-Assistenten, Hair- & Make-up Artists, Visagistinnen, Familienmitglieder oder Freunde, die nicht fotografieren wollen.

Hunde

Du kannst deinen Hund gerne mit zur Tour bringen. Aber bitte achte darauf, dass dein Hund nicht anderen Teilnehmern vor die Kamera läuft. Und beachte, dass am Boden viele Scherben herum liegen. Hundesocken oder Schuhe wären günstig, damit sich dein kleiner Freund nicht an den Pfötchen verletzt.

Vorbereitung

Wir treffen uns direkt vor Ort.
Eine genaue Anfahrtsbeschreibung erhält du nach der Buchung.

Die Sophienheilstätte befindet sich in Bad Berka (München in Thüringen).
Das ist nicht weit von Weimar entfernt.
Der Treffpunkt ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.
Die Auto- oder die Bahn-Anfahrt von Berlin-Mitte dauert ca. 3-4 Stunden.

Parkplätze sind am Treffpunkt genügend vorhanden.
Falls du auf das Gelände fahren möchtest, sag uns bitte vor der Tour Bescheid.

Nach Buchung dieser Tour bekommst du folgende Dokumente zum download:
  • Gebäudegrundrisse
  • Hotel-Empfehlungen
  • Tipps für Ausflüge in die Umgebung

Alle Listen und Pläne erhälst du als PDF mit einem Download-Link.

Das solltest du alles mitnehmen. Hier eine kleine Checkliste:
  • Festes Schuhwerk
  • Warme Kleidung, die auch Schmutz vertragen kann
  • Taschenlampe
  • Müllbeutel
  • Mundschutz
  • Feucht- und Desinfektionstücher für die Hände
  • Verpflegung (Die Tour ist sehr lang)
Und hier noch ein paar Tipps zur Fotoausrüstung:
  • Weitwinkel für die großen Treppenhäuser
  • 50 mm – 85 mm Objektiv für Detailaufnahmen
  • Video-Licht für die dunklen Keller
  • Stativ (Für Langzeitbelichtung & HDR-Aufnahmen)
  • Microfasertuch zum Linsenreinigen (bei Regen & Staub)
  • Voll geladene Akkus (oder Ersatzakku)
  • Genug Speicherkarten

Wir empfehlen, alles gut am Körper verstaut und schnell Griffbereit zu haben. So musst du deinen Fotorucksack oder deine Fototasche nicht auf dem staubigen Boden absetzen. Slingbags, Sun-Sniper-Kameragurte und Brust- oder Bauchtaschen haben sich auf den Touren sehr gut bewährt.

Tipp: Bei Kälte halten die Akkus nicht so lange.
Tipp: In den Häusern ist es kühl und feucht (wärmer kleiden).

Die Instagram-Hashtags der Tour sind:

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Über eine Markierung würden wir uns sehr freuen :

@go2know

Vielen Dank 🙂

Hinweise

Bitte beachte, dass du die Fotografien, die du auf der Tour aufnimmst nur für private Zwecke verwenden darfst. Kommerzielle Nutzungen müssen vorher angefragt werden. Du darfst deine Fotografien aber in den sozialen Netzwerken posten, auf deiner Webseite zeigen oder auf Ausstellungen präsentieren. Private Fotoshootings sind bei dieser Fototour ebenfalls erlaubt.

Deine Sicherheit

Deine Sicherheit bei den Touren ist uns sehr wichtig. Daher wird jeder Ort von uns regelmäßig auf Gefahrenstellen überprüft.  Sollten sich Gefahrenbereiche ergeben, werden diese von uns abgesperrt. Wir wählen die Absperrungen so, dass sie in deinem Foto möglichst nicht stören. Bitte respektiere diese abgesperrten Bereiche. Auf den Touren hast du außer dieser Bereiche ansonsten maximale Bewegungsfreiheit.

Haftungsbeschränkung

Bei der Location dieser Tour handelt es sich um einen verlassenen Ort. Das Betreten des Geländes und der Gebäude ist außerhalb der genehmigten Fototouren und Führungen strengstens verboten. Während der Fototouren erfolgt das Betreten der Gelände und der Gebäude auf eigene Gefahr. Bei Unfällen oder Verletzungen übernimmt go2know und der Eigentümer der Gebäude keine Haftung. Eltern haften für ihre Kinder.

Risikoerklärung

Die Gelände und auch die Gebäude, die bei dieser Tour betreten werden, bergen Gefahren. Die Häuser waren als Leerstandsobjekt viele Jahre lang sich selbst überlassen. Im Boden können sich Löcher und andere Unebenheiten befinden. Stufen, Geländer und jedwedes Inventar entspricht nicht zwingend den heutigen Sicherheitsstandards öffentlich zugänglicher Gebäude. Am Boden verteilen sich teilweise Schuttteile, Glassplitter und einzelne scharfkantige Gegenstände. Einige Gebäudeteile und Bereiche in den Dächern sind marode und einsturzgefährdet. Die Treppengeländer können durchgerostet sein. Die hygienischen Bedingungen in den Häusern entsprechen nicht den üblichen Standards in sanierten Gebäuden. Daher verlangt das Begehen des Ortes erhöhte Aufmerksamkeit.

Alle Texte und Bilder in dieser Tour-Beschreibung entsprechen dem aktuellen Zustand vor Ort. Da es sich bei der Location um ein Leerstandsobjekt handelt, kann es aber sein, dass ich kurzfristig Änderungen ergeben. Wir aktualisieren in diesem Fall schnellst möglich unsere Angaben und Bilder oder informieren dich, falls die Änderungen deine gebuchte Tour einschränken.

Allgemeine Informationen

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