Das Haftkrankenhaus der Stasi

Ein verlassenes Krankenhaus im Untersuchungshaftgefängnis des MfS

Schon die Wachtürme und der Stacheldraht auf den Mauern vermitteln ein beklemmendes Gefühlt. Zu DDR-Zeiten war der Ort streng geheim und wurde auf keiner Landkarte vermerkt. Nicht einmal die Menschen, die in der Nähe wohnten oder arbeiteten, ahnten, was sich hinter den stark gesicherten Gemäuern verbarg. Auf dem weitläufigen Gelände der Stasi-Gefängnis-Anlage gibt es noch einige Bereiche, die nahezu unverändert und in einem originalen Zustand die Jahre nach der DDR-Zeit überdauert haben. Die dunklen Zellen und Operationsräume in dem Haus sind inzwischen längst verlassen. Was hat sich hier damals abgespielt? Mit den seltenen Einblicken dieser Tour bekommst du Antworten auf diese Frage.

Hinweise zu den Terminen

Wegen der Corona-Pandemie bleibt die Gedenkstätte Hohenschönhausen derzeit geschlossen. Neue Termine können wir erst bekannt geben, wenn Museen und Gedenkstätten wieder öffnen dürfen.  

Hinweise für die Fototour

Da es sich hierbei um eine Gedenkstätte an einem sehr sensiblen Ort handelt, sind Selfies, Portraits und Shootings nicht erlaubt. Während der Fototour dürfen wir uns nur im Krankenhaus und in dem Eisenbahnwaggon aufhalten. Auf dem Außengelände dürfen wir uns nicht frei bewegen. In der gesamten Gedenkstätte gibt es eine Maskenpflicht für innen und außen. Die Anzahl der Teilnehmer ist bei dieser Tour auf 10 reduziert. Wir freuen uns ganz besonders darüber, dass jede Fototour wird von einem Zeitzeugen oder Historiker mit begleitet wird. 

Haftkrankenhaus im Untersuchungsgefängnis des MfS Hohenschönhausen

1938: Fabrik des Maschinenfabrikanten Richard Heike
1945: Gefängnis des sowjetischen NKWD (Speziallager Nr. 3)
1946: Zentrale Untersuchungshaftanstalt der sowjetischen Geheimpolizei
1951: Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR
1990: Schließung
1994: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

1946 richtete die sowjetische Geheimpolizei auf einem alten Fabrikgelände in Berlin-Hohenschönhausen ein Untersuchungshaftgefängnis ein. Als dieses 1951 der DDR übergeben wurde, führte es der Arbeiter- und Bauernstaat als zentrale Untersuchungshaftanstalt des MfS weiter. Bis zu dieser Zeit erfolgte die Behandlung erkrankter Häftlinge in einem Kellerverlies. Dieses war separiert vom “U-Boot”, dem damaligen Kellergefängnis.

Erst Mitte der 1950er entschied man sich für den Ausbau der Krankenstation und stockte das Gebäude zu diesem Zwecke um eine Etage auf. Der so entstandene Zellenflur hatte eher die Wirkung eines Krankengefängnisses, als den eines Haftkrankenhauses. Weitere Modernisierungen und Erweiterungen erfolgten stetig bis in die achtziger Jahre hinein.

Der Begriff Krankenhaus verklärt die Bedeutung der Einrichtung stark. Was genau sich hinter den Mauern dieser Krankenstation zugetragen hat liegt auch noch heute vielfach im Verborgenen. Sicher ist, dass hier in der Zeit von 1960 bis 1989 ca. 3000 kranke oder verletzte Häftlinge „versorgt“ wurden. Das betraf Opfer der innerdeutschen Grenze mit Schußwunden und Knochenbrüchen genauso wie psychisch erkrankte Stasi-Häftlinge nach Suizidversuchen.

Verhöre fanden sogar noch am Krankenbett statt. Die Patienten besaßen im Vergleich zu gesunden Häftlingen nur ein Recht mehr. Sie benötigten keine offizielle Liege-Erlaubnis um tagsüber im Bett bleiben zu dürfen. Behandlungspläne erfolgten auf Weisung der hauptamtlichen Stasi-Bewacher. Diesen Weisungen war selbst der Chefarzt unterstellt. So konnten nötige Behandlungen an das Verhörschema angepasst werden.

Seit 1994 befindet sich auf dem Gelände der zentralen Untersuchungshaftanstalt der Stasi eine Gedenkstätte, die sich detailliert mit der geschichtlichen Aufarbeitung der Anlage befasst. Die Gebäude und Einrichtungen blieben zum größten Teil im Originalzustand erhalten und werden für Führungen genutzt. In Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen betreten wir jedoch Bereiche, die von dem Führungsbetrieb nur selten oder gar nicht besucht werden.

Bei dieser Fototour fotografierst du Bilder, die eine starke Ausstrahlungskraft besitzen und den Betrachter anmehmen. Die Bilder machen nachdenklich und dokumentieren einen Teil der deutschen Geschichte. Alle Möbel und Einrichtungsgegenstände sind noch original erhalten. Im Zimmer des Chefarztes befinden sich holzige Schrankwände, Mustertapeten und hochflooriger Teppich, wie man ihn aus DDR-Zeiten her kennt. In den Fluren verläuft sogar noch der originale Klingeldraht der alten Überwachungsanlage.

Foto-Charakter des Ortes

Hier bist du ganz nah dran, an einem Ort, den es damals offiziell gar nicht gab. Die Fotografien, die du hier machst sind ausdrucksstark und beklemmend zugleich. Sie machen nachdenklich, mahnen an, sie dokumentieren einen Teil der deutschen Geschichte und sie geben interessante Einblicke in die Örtlichkeiten des MfS der DDR. So nah, so original und so unverändert bekommst du nur noch selten Hinterlassenschaften der Stasi zu sehen.

Schon beim Fotografieren in den Räumen und Gängen bekommt man Respekt vor der Geschichte des Hauses. In dem Krankenhaus und im Waggon des Gefangenentransportes fotografierst du viele Details, Schilder, Stasi-Dokumente, medizinische Behandlungsgeräte, holzige Schrankwände, Mustertapeten, hochfloorigen Teppich und original erhaltene Sprelacart-Möbel. Architektur spielt hier weniger eine Rolle. Die medizinischen Räume haben einen beklemmenden und klinischen Charakter. Die Büros und der Waggon strahlen wegen den verwendeten Materialien und den Gegenständen einen DDR-Retro-Look aus. Sämtliche Fotografien bekommen einen starken dokumentarischen und erzählerischen Charakter.

Das Licht an diesem Ort ist erstaunlich hell. Das Gebäude ist nach Süden ausgerichtet und alle wichtigen Räume, OP-Säle und Behandlungszimmer befinden sich auf der Sonnenseite. Hier kannst du also Gegenstände im Gegenlicht fotografieren, um so ihr eigentliches Aussehen hinter Silhouetten zu verbergen. In den dunklen Wintermonaten können wir die Räume mit dem originalen Neon-Licht beleuchten. Die Gefängniszellen des Haftkrankenhauses befinden sich übrigens auf der von der Sonne abgewiesenen Nordseite des Gebäudes.

Was geht bei dieser Tour und was nicht?

Während der Fototour darfst du dich nur im Krankenhaus, den Tigerkäfigen und im Eisenbahnwaggon aufhalten. Dort kannst du deine Motive individuell fotografieren. Unsere Guides und die Zeitzeugen der Gedenkstätte zeigen dir dabei gerne die interessantesten Motive und beantworten dir Fragen zu der sensiblen Anlage. Auf dem Gelände der Gedenkstätte darfst du dich nicht frei bewegen. Am Eingangstor zum Gelände gibt es ein WC, ein Café und einen Museumsshop mit einer beeindruckenden Bücherauswahl.

Aufgrund der sensiblen Geschichte des Stasi-Gefängnisses sind bei dieser Fototour Model-Shootings verständlicherweise nicht erlaubt. Auch Portrait-Aufnahmen und Selfies sind nicht gestattet.

Drohnen sind hier auf dem Gelände nicht erlaubt.

Kinder

Kinder dürfen bei dieser Tour erst ab einem Alter von 16 Jahren teilnehmen. Sie müssen auch ein Ticket erwerben.

Begleitung

Bei dieser Fototour muss jeder Teilnehmer ein Ticket erwerben. Das gilt auch für Foto-Assistenten, Familienmitglieder oder Freunde, die nicht fotografieren wollen.

Hunde

Hunde sind bei dieser Tour nicht erlaubt.

Vorbereitung

Wir treffen uns direkt vor Ort.
Eine genaue Anfahrtsbeschreibung erhält du nach der Buchung.

Das Haftkrankenhaus gehört zum Stasi-Gefängnis.
Es befindet sich in Berlin Hohenschönhausen.
Die Anfahrt mit den Öffies oder mit dem Auto von Berlin-Mitte dauert ca. 20 Minuten.

Parkplätze sind am Treffpunkt genügend vorhanden.

Nach Buchung dieser Tour bekommst du folgende Dokumente zum download:
  • Gebäudegrundrisse

Alle Listen und Pläne erhälst du als PDF mit einem Download-Link.

Das solltest du alles mitnehmen. Hier eine kleine Checkliste:
  • Festes Schuhwerk
  • Warme Kleidung, die auch Schmutz vertragen kann
  • Taschenlampe
  • Müllbeutel
  • Mundschutz
  • Feucht- und Desinfektionstücher für die Hände
Und hier noch ein paar Tipps zur Fotoausrüstung:
  • Weitwinkel für die engen Räume und den Grotewohl-Express
  • 35mm, 50mm oder 85mm Objektiv für die Details und Gegenstände
  • Die Lichtverhältnisse sind hervorragend (Südseite)
  • Trotz der guten Lichtverhältnisse wäre ein Stativ gut
  • Microfasertuch zum Linsenreinigen (bei Regen & Staub)
  • Voll geladene Akkus (oder Ersatzakku)
  • Genug Speicherkarten

Wir empfehlen, alles gut am Körper verstaut und schnell Griffbereit zu haben. So musst du deinen Fotorucksack oder deine Fototasche nicht auf dem staubigen Boden absetzen. Slingbags, Sun-Sniper-Kameragurte und Brust- oder Bauchtaschen haben sich auf den Touren sehr gut bewährt.

Tipp: Bei Kälte halten die Akkus nicht so lange.
Tipp: In den Häusern ist es kühl und feucht (wärmer kleiden).

Die Instagram-Hashtags der Tour sind:

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Über eine Markierung würden wir uns sehr freuen :

@go2know

Vielen Dank 🙂

Hinweise

Bitte beachte, dass du die Fotografien, die du auf der Tour aufnimmst nur für private Zwecke verwenden darfst. Shootings, Portrait-Aufnahmen und Selfies sind bei dieser Fototour nicht erlaubt! Kommerzielle Nutzungen müssen vorher angefragt werden. Du darfst deine Fotografien aber in den sozialen Netzwerken posten, auf deiner Webseite zeigen oder auf Ausstellungen präsentieren. Private Fotoshootings sind bei dieser Fototour ebenfalls erlaubt.

Deine Sicherheit

Deine Sicherheit bei den Touren ist uns sehr wichtig. Daher wird jeder Ort von uns regelmäßig auf Gefahrenstellen überprüft.  Sollten sich Gefahrenbereiche ergeben, werden diese von uns abgesperrt. Wir wählen die Absperrungen so, dass sie in deinem Foto möglichst nicht stören. Bitte respektiere diese abgesperrten Bereiche.

Haftungsbeschränkung

Bei den Häusern der Gedenkstätte Hohenschönhausen handelt es sich um einen verlassenen Ort. Das Betreten des Geländes und der Gebäude ist außerhalb der genehmigten Fototouren und Führungen strengstens verboten. Während der Fototouren erfolgt das Betreten der Gelände und der Gebäude auf eigene Gefahr. Bei Unfällen oder Verletzungen übernimmt go2know und der Eigentümer der Gebäude keine Haftung.

Risikoerklärung

Die Gelände und auch die Gebäude, die bei dieser Tour betreten werden, bergen Gefahren. Die Häuser waren als Leerstandsobjekt viele Jahre lang sich selbst überlassen. Im Boden können sich Löcher und andere Unebenheiten befinden. Stufen, Geländer und jedwedes Inventar entspricht nicht zwingend den heutigen Sicherheitsstandards öffentlich zugänglicher Gebäude. Die hygienischen Bedingungen in den Häusern entsprechen nicht den üblichen Standards in sanierten Gebäuden. Daher verlangt das Begehen des Ortes erhöhte Aufmerksamkeit.

Alle Texte und Bilder in dieser Tour-Beschreibung entsprechen dem aktuellen Zustand vor Ort. Da es sich bei der Location um ein Leerstandsobjekt handelt, kann es aber sein, dass ich kurzfristig Änderungen ergeben. Wir aktualisieren in diesem Fall schnellst möglich unsere Angaben und Bilder oder informieren dich, falls die Änderungen deine gebuchte Tour einschränken.

Allgemeine Informationen

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