Das VEB Drehmaschinenwerk Leipzig

Wunderschöne Industrieromantik und Streetart

Das Sonnenlicht fällt schräg durch die vergilbten Fabrikfenster und zeichnet tolle Lichtspiele an die Wände. Man könnte meinen, sich in einem Gemälde von Edward Hopper zu befinden. Die Farben und Strukturen der alten Gemäuer sind einzigartig. Sie verleihen den Eindruck uralter Gründerzeit-Industrie mit einem Hauch von DDR-Retro-Charme. Betritt man die Fabrik, so gelangt man von einer Werkshalle in die nächste. Die riesigen Hallen scheinen kein Ende zu nehmen. Willkommen in den ehemaligen Pittlerwerken. Pittler war ein Technik-Pionier und Tüftler. Er produzierte hier einst Werkzeugmaschinen und Drehbänke. Seine Kreativität prägt die Hallen bis heute. 2018 fand in den großen Werkshallen das Kunstfestival Monumenta statt. Streetart-Fans werden hier zahlreiche Arbeiten bekannter Künstler wiederfinden.

VEB Drehmaschinenwerk Leipzig

1889: Gründung als Firma „Invention”
1895: Umwandlung in “Leipziger Werkzeugmaschinenfabrik vorm. W. von Pittler AG”
1928: Übernahme der “Magdeburger Werkzeugmaschinenfabrik AG”
1945: Schließung der “Pittler AG”
1950: Weiterführung des Betriebs in der DDR als “VEB Drehmaschinenwerk Leipzig”
1997: Endgültige Schließung nach der Wende
2018: Streetart-Event “Monumenta Leipzig” im September

1889 gründet der Unternehmer und Entwickler Julius Wilhelm von Pittler in Leipzig die Firma „Invention“. Seine Maschinenfabrik war so erfolgreich, dass er sie bereits im September 1895 in eine Aktiengesellschaft umwandelte. Die „Leipziger Werkzeugmaschinenfabrik vorm. W. von Pittler AG“ hatte sich auf die Herstellung von Revolverdrehbänken spezialisiert. Mit der Übernahme der „Magdeburger Werkzeugmaschinenfabrik AG“ im Jahr 1928 wurde der Produktkatalog erweitert und die Pittler AG stieg zu einem der größten Hersteller von Werkzeugmaschinen in Deutschland auf.

Während des zweiten Weltkriegs profitierte das Unternehmen von großen Rüstungsaufträgen und Kooperationen mit Firmen in den besetzten Gebieten. Unter Anderem aus diesem Grund war der Untergang der Pittler AG im Jahr 1945 unabwendbar. Allerdings bedienten sich nicht nur die Sowjets am Betriebsvermögen, als sie die komplette Fabrik demontierten und in ihre Heimat transportierten. Bereits die Amerikaner erkannten das Potenzial der Firmenunterlagen- und Geheimnisse sowie der gut ausgebildeten Belegschaft. Diese Dinge und Personen nahmen sie bei ihrem Abzug aus Leipzig mit und schon 5 Jahre später, im Jahr 1950, eröffnete im Taunus (amerikanische Besatzungszone) erneut die Pittler AG seine Pforten um wieder Revolverdrehbänke herzustellen.

Teile des verbliebenen Betriebsvermögens wurden in den 1950´er Jahren jedoch auch in den Aufbau des VEB Drehmaschinenwerks Leipzig investiert und die Produktion auf Mehrspindelautomaten umgestellt. Diese waren international, vor allem aber im RGW (sozialistischem Wirtschaftsraum), sehr begehrt und galten als gute Devisenbringer.

Mit der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten wurde auch dieser Standort abgewickelt und privatisiert. Der Versuch das Werk unter dem Namen „Pittler-Torno“ weiterzuführen blieb erfolglos. Im Jahr 1997 schlossen sich die Werktore endgültig und ein großes Kapitel der sächsischen Werkzeugmaschinentradition endete.

Inzwischen kümmern sich neue und kreative Köpfe um die weitläufigen Fabrikhallen. So hinterließ die Monumenta ihre Kunstwerke an den Wänden oder finden im alten Betriebshof Autokinoaufführungen statt. Die Zukunft dieser Gemäuer wird neu geschrieben.

Foto-Charakter des Ortes

Euch erwartet eine weitläufige Fabrikanlage mit zahlreichen Häusern und beeindruckenden Hallen. Besonders die Wände, die Weite und der Lichteinfall machen die Fototmotive zu einer schönen Kulisse für Projekte und Ideen. Wer also ein Shooting plant oder gar Objekte in Szene setzen will, wird kaum einen schöneren Ort dafür finden.

Die Fabrik hat den wunderbaren Charme, alter Industrie aus der Gründerzeit mit einem Hauch von DDR-Retro. Die meisten Räume und Hallen sind sehr schön hell. Auch hier kann man wunderbar mit dem natürlichen Licht fotografieren. Es gibt kaum Vanadlismus. Die Hallen und Räume sind größtenteils leer.

Es gibt zahlreise Fabrikfenster mit unterschiedlichsten Lichtwirkungen. Einige Fenster sind schön groß, andere kleinere Fenster haben eine wundervolle industrielle Wirkung. In einigen Hallen gibt es in den Dachbereichen Dachfenster. Man kann hier an allen Möglichen Stellen sehr gut mit Available Light fotografieren und shooten. Die Fenster sind alle intakt und die Räume trocken.

Die Wände sind mindestens genau vielfältig wie die Fenster. Von traumhaft schönen gelben Backsteinmauern über wunderbar verschmutzte Putzwände mit schönen Strukturen bis hin zu Holzwänden ist alles zu finden. Viele Wände haben wegen dem schönen Licheinfall tolle Lichtspiele, die bei den flächigen Farben ein wenig an Edward-Hopper-Bilder erinnern.

2018 fand in einigen Bereichen der Fabrik das Urban-Art-Event “Monumenta” statt. Du findest noch an vielen Wänden wundervolle Streetart-Werke. Hierfür wäre ein leichtes Weitwinkel-Objektiv von 35mm gut geeignet.

Wegen der großen Hallen der vielen Fluchten empfehlen wir weitwinklige Objektive mit kleinen Brennweiten. Auch wenn die Räume sehr hell sind, solltest du ein Stativ mitnehmen. Zusätzliches Licht ist eigentlich nicht notwendig.

Was geht bei dieser Tour und was nicht?

Du kannst dich in der alten Fabrik völlig frei bewegen sowie das Gelände und Fabrikhallen vom Keller bis zum Dach ganz alleine intensiv erkunden und fotografieren. Es gibt keine geschlossenen Gruppen bei dieser Tour. Unsere Guides zeigen dir individuell die schönsten Motive.

Model-Shooting

Bei dieser Tour sind Foto-Shootings erlaubt. Wir freuen uns sehr darüber, wenn du deine kreativen Ideen hier umsetzen möchtest. Bitte sage uns aber vorher Bescheid, damit wir dein Shooting gemeinsam mit dir planen können. So werden unerwartete Situationen vor Ort vermieden. Und bitte plane dein Shooting so, dass du nicht allzu lange an einem Spot verweilst. Andere Teilnehmer möchten den Spot ja auch gerne fotografieren.

Akt-Shootings

Auch Akt, Dessous, Bondage oder Cosplay sind bei dieser Tour möglich. Das müssen wir aber von den anderen Teilnehmern der Tour trennen. Denn sowohl dein Model, als auch die Anderen sollten bei deinem Shooting nicht aufeinander treffen. Hier ist eine telefonische Planung sehr wichtig! Bitte kontaktiere uns, wenn du ein Akt-Shooting vor hast.

Blitz- und Dauerlichtanlagen

Du kannst nicht an allen Motiven mit “Available Light” shooten. Wenn du also mit Equipment arbeiten möchtest (Rotolights, Fotolampen, Softboxen, Diffusor, Beauty Dish´s, Reflektoren), sag uns bitte Bescheid. Wir planen das bei der Tour mit ein. So werden andere Teilnehmer beim Shooten nicht gestört.

Mit dem Auto auf das Gelände

Falls du auf das Gelände fahren möchtest, um Equipment oder Klamotten zu entladen oder um eine Umkleide für dein Model zu haben, sag uns bitte auch Bescheid. Wir finden dann einen Stellplatz für dich, der kein Motiv verdeckt.

Tipp

Am Boden und an den Wänden ist es sehr staubig. Das solltest du unbedingt beachten, falls die Klamotten deines Models nur geliehen sind. Am besten, du besorgst dir eine Unterlage oder Plane, auf der du die Klamotten ablegen kannst. Wenn du Umkleideräume und Wärmegeräte benötigst, kontaktiere uns bitte vorher per E-Mail.

Du darfst deine Drohne bei dieser Tour gerne einsetzen. Das gilt aber nur für das Fabrikgelände. Im Innenstadtbereich benötigst du eine Genehmigung. Achte aber darauf, die anderen Teilnehmer nicht zu stören. Bitte gebe uns vor der Tour Bescheid, wenn du mit der Drohne fliegen möchtest.

Kinder

Bis zum Alter von 10 Jahren können Kinder an den Touren kostenlos teilnehmen. Ab 10 bezahlt das Kind den vollen Preis. Liebe Eltern, bitte achtet darauf, dass der Ort ein Leerstandsobjekt ist und somit viele Gefahren birgt. Bitte lasst eure Kinder nicht frei herumlaufen. Bei den Touren gibt es zudem keine Betreuungsmöglichkeit für Kinder. Die Tour dauert recht lange. Eurem Kind könnte es mit der Zeit langweilig werden. Wir empfehlen dir daher, für den Fototag eine Kinderbetreuung zu organisieren. So kannst du dich in Ruhe auf das Fotografieren und das Erkunden der Gebäude konzentrieren.

Begleitung

Bei dieser Fototour muss jeder Teilnehmer ein Ticket erwerben. Das gilt auch für Models, Foto-Assistenten, Hair- & Make-up Artists, Visagistinnen, Familienmitglieder oder Freunde, die nicht fotografieren wollen.

Hunde

Du kannst deinen Hund gerne mit zur Tour bringen. Aber bitte achte darauf, dass dein Hund nicht anderen Teilnehmern vor die Kamera läuft. Und beachte, dass am Boden viele Scherben herum liegen. Hundesocken oder Schuhe wären günstig, damit sich dein kleiner Freund nicht an den Pfötchen verletzt.

Vorbereitung

Wir treffen uns direkt vor Ort.
Eine genaue Anfahrtsbeschreibung erhält du nach der Buchung.

Das Drehmaschinenwerk befindet sich in Leipzig Wahren (Nordwest).
Die Fabrik ist sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Unser Treffpunkt ist nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt.

Parkplätze sind am Treffpunkt genügend vorhanden.
Wir können aber nicht auf dem Werksgelände parken.

Nach Buchung dieser Tour bekommst du folgende Dokumente zum download:
  • Gebäudegrundrisse
  • Hotel-Empfehlungen
  • Tipps für Ausflüge in die Umgebung

Alle Listen und Pläne erhälst du als PDF mit einem Download-Link.

Das solltest du alles mitnehmen. Hier eine kleine Checkliste:
  • Festes Schuhwerk
  • Warme Kleidung, die auch Schmutz vertragen kann
  • Taschenlampe
  • Müllbeutel
  • Mundschutz
  • Feucht- und Desinfektionstücher für die Hände
  • Verpflegung (Die Tour ist sehr lang)
Und hier noch ein paar Tipps zur Fotoausrüstung:
  • Gutes Weitwinkel-Objektiv für die großen Hallen
  • 85mm oder 35mm bis 120mm-Objektive zum shooten
  • In der Fabrik gibt es sehr helle Bereiche an den großen Fenstern
  • Hier kann man hervorragend bei “Available Light” shooten
  • Man fotografiert im Haus oft ins Fenster-Gegenlicht
  • Stativ (Für Langzeitbelichtung, Lightpaintings & HDR-Aufnahmen)
  • Microfasertuch zum Linsenreinigen (bei Regen & Staub)
  • Voll geladene Akkus (oder Ersatzakku)
  • Genug Speicherkarten

Wir empfehlen, alles gut am Körper verstaut und schnell Griffbereit zu haben. So musst du deinen Fotorucksack oder deine Fototasche nicht auf dem staubigen Boden absetzen. Slingbags, Sun-Sniper-Kameragurte und Brust- oder Bauchtaschen haben sich auf den Touren sehr gut bewährt.

Tipp: Bei Kälte halten die Akkus nicht so lange.
Tipp: In den Häusern ist es kühl und feucht (wärmer kleiden).

Hinweise

Bitte beachte, dass du die Fotografien, die du auf der Tour aufnimmst nur für private Zwecke verwenden darfst. Kommerzielle Nutzungen müssen vorher angefragt werden. Du darfst deine Fotografien aber in den sozialen Netzwerken posten, auf deiner Webseite zeigen oder auf Ausstellungen präsentieren. Private Fotoshootings sind bei dieser Fototour ebenfalls erlaubt.

Deine Sicherheit

Deine Sicherheit bei den Touren ist uns sehr wichtig. Daher wird jeder Ort von uns regelmäßig auf Gefahrenstellen überprüft.  Sollten sich Gefahrenbereiche ergeben, werden diese von uns abgesperrt. Wir wählen die Absperrungen so, dass sie in deinem Foto möglichst nicht stören. Bitte respektiere diese abgesperrten Bereiche. Auf den Touren hast du außer dieser Bereiche ansonsten maximale Bewegungsfreiheit.

Haftungsbeschränkung

Bei der Location dieser Tour handelt es sich um einen verlassenen Ort. Das Betreten des Geländes und der Gebäude ist außerhalb der genehmigten Fototouren und Führungen strengstens verboten. Während der Fototouren erfolgt das Betreten der Gelände und der Gebäude auf eigene Gefahr. Bei Unfällen oder Verletzungen übernimmt go2know und der Eigentümer der Gebäude keine Haftung. Eltern haften für ihre Kinder.

Risikoerklärung

Die Gelände und auch die Gebäude, die bei dieser Tour betreten werden, bergen Gefahren. Die Häuser waren als Leerstandsobjekt viele Jahre lang sich selbst überlassen. Im Boden können sich Löcher und andere Unebenheiten befinden. Stufen, Geländer und jedwedes Inventar entspricht nicht zwingend den heutigen Sicherheitsstandards öffentlich zugänglicher Gebäude. Am Boden verteilen sich teilweise Schuttteile, Glassplitter und einzelne scharfkantige Gegenstände. Einige Gebäudeteile und Bereiche in den Dächern sind marode und einsturzgefährdet. Die Treppengeländer können durchgerostet sein. Die hygienischen Bedingungen in den Häusern entsprechen nicht den üblichen Standards in sanierten Gebäuden. Daher verlangt das Begehen des Ortes erhöhte Aufmerksamkeit.

Alle Texte und Bilder in dieser Tour-Beschreibung entsprechen dem aktuellen Zustand vor Ort. Da es sich bei der Location um ein Leerstandsobjekt handelt, kann es aber sein, dass ich kurzfristig Änderungen ergeben. Wir aktualisieren in diesem Fall schnellst möglich unsere Angaben und Bilder oder informieren dich, falls die Änderungen deine gebuchte Tour einschränken.

Allgemeine Informationen

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