Die Patent-Papierfabrik in Neustadt (Dosse)

Die verlassene Papierfabrik

Rost, Öl, schwere Maschinen und viele Foto-Motive

Wenn man die alten Hallen der verlassenen Papierfabrik betritt, hat man das Gefühl, in eine völlig verwunschene Industriewelt einzudringen. Man wird sofort von einer unglaublichen Stille umgeben. Es riecht nach altem Maschinenöl und morschem Holz. Das tiefe Sonnenlicht, das durch die verschmierten Fabrikfenster fällt, wirft wunderbare Lichtspiele an die staubigen Backsteinwände. Wie stählerne Kolosse wirken die verstummten und rostigen Maschinen. Überall befinden sich Hebel, Schwungräder, Transmissionen, Motoren, Rollen und Anzeigen. Alles liegt noch an seinem Platz. Hier schlägt das Herz eines jeden Fans von verrosteten Industriedetails höher.

Denkmalgeschützte Patent-Papierfabrik mit vollständig erhaltener Papierproduktionslinie

1662: Seigerhüttenwerk (Später Umstellung von Eisen auf Silbererz)
1838: Umbau des alten Hüttenwerks in eine moderne Papierfabrik
1953: Anschließung an das VEB Kombinat Zellstoff und Papier, Heidenau
1992: Schließung

Die industrielle Geschichte der alten Fabrik reicht mehr als 350 Jahre zurück. Im Jahr 1662 erwarb der Prinz Friedrich von Hessen-Homburg das Amt Neustadt mit seinen Ländereien und ließ hier ein Seigerhüttenwerk errichten. Neben dem Hochofen und den zugehörigen Werksgebäuden benötigte man auch einen eigenen Gewässeranschluss. Dieser Kanal war für die Transporte aber auch zur Nutzung der Wasserkraft unverzichtbar.

Mitte des 18 Jh. waren die Eisenvorräte in der Umgebung der Fabrik erschöpft. Die Produktion wurde auf Silbererz umgestellt. Dieser Betrieb war aber sehr unwirtschaftlich weil die Rohstoffe über weite Wege aus den Mittelgebirgen herantransportiert werden mussten. Also verkaufte der damalige Besitzer die gesamte Fabrik im Jahr 1834 an ein Institut der Preußischen Staatsbank.

Man entschied sich das alte Hüttenwerk in der Zeit von 1834 bis 1836 in eine moderne Papierfabrik umzubauen und verpachtete den fertigen Betrieb an die wirtschaftlich sehr erfolgreiche AG „Patent-Papier-Fabrik zu Berlin“. Die folgenden ca. 100 Jahre waren eine Berg- & Talfahrt. Auf Erfolge folgten Misserfolge, auf Pläne folgten Privatisierungen und Werksverkäufe.

Anfang der 1950er, bis zu diesem Zeitpunkt wurde an dem Standort Papier produziert, enteigneten die Staatsorgane der DDR die Fabrik und schlossen sie dem VEB Kombinat Zellstoff und Papier, Heidenau an. In der Folge konzentrierte man sich auf die Herstellung von Transparent-Zeichenpapier. Diese Spezialpapiere wurden in den gesamten Ostblock und sogar bis nach Cuba exportiert.

Wegen der vielen Details, die man hier fotografiert, machen wir in dieser verlassenen Papierfabrik eine Fotobase mit 6 Stunden Zeit. Es gibt die altbewährte Basis mit Kaffee und Wasser sowie ein WC. Unser Ortskundiger Guide zeigt Euch gerne die schönsten Stellen oder plaudert aus der bewegten Geschichte der alten Fabrik.

Foto-Charakter des Ortes

Die Papierfabrik ist sehr klein, aber unendlich ergiebig! Sie besteht aus alten und historischen Werkshallen. Alle Maschinen, Schalttafeln und Werkzeuge sind noch vorhanden. Überall befinden sich Hebel, Rohre, Motoren, Transmissionen, ölige Schwungräder, Anzeigen, Arbeitslampen und rostige Werkzeuge. Die alten Holländerbecken und die Mühlenräder geben wunderbare Einblicke in die historische Papierherstellung.

Die Backsteinwände vermitteln den industriellen Look von Gründerzeitarchitektur. Man fotografiert hier also auch den maroden Charme alter Gründerzeit-Industrie. Bei der Tour geht es aber dennoch mehr um Industriefotografie, als um Architekturfotografie.

Die maroden Wände und die rostigen Strukturen der Stahloberflächen bieten fantastische Kulissen für Model-Shootings. Und da die großen Fenster der Fabrik nicht vernagelt sind, ist das Licht in Fensternähe fantastisch. Besonders in den oberen Stockwerken kannst du super mit „Available Light“ shooten oder im Gegenlicht die Silhouetten deines Models und der Maschinen fotografieren. Trotzdem sind viele Bereiche im Innern der Fabrik sehr dunkel. Ein Stativ ist also ein guter Tipp.

Wegen der vielen Details und dem mega-schönen Licht ist der Ort ein wahres Fotoparadies für Hobbyfotografen und Motivjäger. Wer viel Fotoleidenschaft mitbringt, kann sich hier schnell in den unzähligen Motiven verlieren. Lichtstarke Objektive mit 35mm, 50mm oder 85mm Brennweite sind für die zahlreichen Details eine gute Wahl.

Was geht bei dieser Tour und was nicht?

Du kannst dich auf dem Gelände völlig frei bewegen und die Gebäude alleine intensiv erkunden und fotografieren. Es gibt keine geschlossenen Gruppen bei dieser Tour. Unsere Guides betreuen dich gerne an der Basis oder zeigen dir individuell die schönsten Foto-Motive.

Model-Shooting

Bei dieser Tour sind Foto-Shootings erlaubt. Wir freuen uns sehr darüber, wenn du deine kreativen Ideen hier umsetzen möchtest. Bitte sage uns aber vorher Bescheid, damit wir dein Shooting gemeinsam mit dir planen können. So werden unerwartete Situationen vor Ort vermieden. Und bitte plane dein Shooting so, dass du nicht allzu lange an einem Spot verweilst. Andere Teilnehmer möchten den Spot ja auch gerne fotografieren.

Akt-Shootings

Auch Akt, Dessous, Bondage oder Cosplay sind bei dieser Tour möglich. Das müssen wir aber von den anderen Teilnehmern der Tour trennen. Denn sowohl dein Model, als auch die Anderen sollten bei deinem Shooting nicht aufeinander treffen. Hier ist eine telefonische Planung sehr wichtig! Bitte kontaktiere uns, wenn du ein Akt-Shooting vor hast.

Blitz- und Dauerlichtanlagen

Du kannst nicht an allen Motiven mit “Available Light” shooten. Wenn du also mit Equipment arbeiten möchtest (Rotolights, Fotolampen, Softboxen, Diffusor, Beauty Dish´s, Reflektoren), sag uns bitte Bescheid. Wir planen das bei der Tour mit ein. So werden andere Teilnehmer beim Shooten nicht gestört.

Mit dem Auto auf das Gelände

Falls du auf das Gelände fahren möchtest, um Equipment oder Klamotten zu entladen oder um eine Umkleide für dein Model zu haben, sag uns bitte auch Bescheid. Wir finden dann einen Stellplatz für dich, der kein Motiv verdeckt.

Tipp

Am Boden und an den Wänden ist es sehr staubig. Das solltest du unbedingt beachten, falls die Klamotten deines Models nur geliehen sind. Am besten, du besorgst dir eine Unterlage oder Plane, auf der du die Klamotten ablegen kannst. Wenn du Umkleideräume und Wärmegeräte benötigst, kontaktiere uns bitte vorher per E-Mail.

Drohnen sind bei dieser Tour leider nicht erlaubt! Die Fabrik befindet sich mitten in einer kleinen Ortschaft. Es gibt Gärten und Wohnhäuser in der nahen Umgebung.

Kinder

Bis zum Alter von 10 Jahren können Kinder an den Touren kostenlos teilnehmen. Ab 10 bezahlt das Kind den vollen Preis. Liebe Eltern, bitte achtet darauf, dass der Ort ein Leerstandsobjekt ist und somit viele Gefahren birgt. Bitte lasst eure Kinder nicht frei herumlaufen. Bei den Touren gibt es zudem keine Betreuungsmöglichkeit für Kinder. Die Tour dauert recht lange. Eurem Kind könnte es mit der Zeit langweilig werden. Wir empfehlen dir daher, für den Fototag eine Kinderbetreuung zu organisieren. So kannst du dich in Ruhe auf das Fotografieren und das Erkunden der Gebäude konzentrieren.

Begleitung

Bei dieser Fototour muss jeder Teilnehmer ein Ticket erwerben. Das gilt auch für Models, Foto-Assistenten, Hair- & Make-up Artists, Visagistinnen, Familienmitglieder oder Freunde, die nicht fotografieren wollen.

Hunde

Du kannst deinen Hund gerne mit zur Tour bringen. Aber bitte achte darauf, dass dein Hund nicht anderen Teilnehmern vor die Kamera läuft. Und beachte, dass am Boden viele Scherben herum liegen. Hundesocken oder Schuhe wären günstig, damit sich dein kleiner Freund nicht an den Pfötchen verletzt.

Vorbereitung

Wir treffen uns direkt vor Ort.
Eine genaue Anfahrtsbeschreibung erhält du nach der Buchung.

Die alte Papierfabrik befindet sich in der Nähe von Neustadt (Dosse).
Neustadt (Dosse) ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar.
Von dort aus geht es mit dem Bus oder mit dem Taxi (4km) weiter.
Die Auto- oder die Bahn-Anfahrt von Berlin-Mitte dauert ca. 2 Stunden.

Parkplätze sind am Treffpunkt genügend vorhanden.
Wir können mit dem Auto auf das Werksgelände fahren.

Nach Buchung dieser Tour bekommst du folgende Dokumente zum download:
  • Gebäudegrundrisse
  • Hotel-Empfehlungen
  • Tipps für Ausflüge in die Umgebung

Alle Listen und Pläne erhälst du als PDF mit einem Download-Link.

Das solltest du alles mitnehmen. Hier eine kleine Checkliste:
  • Festes Schuhwerk
  • Warme Kleidung, die auch Schmutz vertragen kann
  • Taschenlampe
  • Müllbeutel
  • Mundschutz
  • Feucht- und Desinfektionstücher für die Hände
  • Verpflegung (Die Tour ist sehr lang)
Und hier noch ein paar Tipps zur Fotoausrüstung:
  • Weitwinkel für die engen Gänge und Maschinenbereiche
  • 35mm bis 85mm-Objektive zum shooten
  • 50mm für die vielen Details
  • Die Fenster der Fabrik sind nicht vernagelt
  • Im unteren Stockwerk ist es trotzdem sehr dunkel
  • Es gibt funktionierendes Kunstlicht (WB auf Neonlicht stellen)
  • Stativ (Für Langzeitbelichtung & HDR-Aufnahmen)
  • Microfasertuch zum Linsenreinigen (bei Regen & Staub)
  • Voll geladene Akkus (oder Ersatzakku)
  • Genug Speicherkarten

Wir empfehlen, alles gut am Körper verstaut und schnell Griffbereit zu haben. So musst du deinen Fotorucksack oder deine Fototasche nicht auf dem staubigen Boden absetzen. Slingbags, Sun-Sniper-Kameragurte und Brust- oder Bauchtaschen haben sich auf den Touren sehr gut bewährt.

Tipp: Bei Kälte halten die Akkus nicht so lange.
Tipp: In den Häusern ist es kühl und feucht (wärmer kleiden).

Die Instagram-Hashtags der Tour sind:

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#igersmeetgo2know

Über eine Markierung würden wir uns sehr freuen :

@go2know

Vielen Dank 🙂

Hinweise

Bitte beachte, dass du die Fotografien, die du auf der Tour aufnimmst nur für private Zwecke verwenden darfst. Kommerzielle Nutzungen müssen vorher angefragt werden. Du darfst deine Fotografien aber in den sozialen Netzwerken posten, auf deiner Webseite zeigen oder auf Ausstellungen präsentieren. Private Fotoshootings sind bei dieser Fototour ebenfalls erlaubt.

Deine Sicherheit

Deine Sicherheit bei den Touren ist uns sehr wichtig. Daher wird jeder Ort von uns regelmäßig auf Gefahrenstellen überprüft.  Sollten sich Gefahrenbereiche ergeben, werden diese von uns abgesperrt. Wir wählen die Absperrungen so, dass sie in deinem Foto möglichst nicht stören. Bitte respektiere diese abgesperrten Bereiche. Auf den Touren hast du außer dieser Bereiche ansonsten maximale Bewegungsfreiheit.

Haftungsbeschränkung

Bei der Location dieser Tour handelt es sich um einen verlassenen Ort. Das Betreten des Geländes und der Gebäude ist außerhalb der genehmigten Fototouren und Führungen strengstens verboten. Während der Fototouren erfolgt das Betreten der Gelände und der Gebäude auf eigene Gefahr. Bei Unfällen oder Verletzungen übernimmt go2know und der Eigentümer der Gebäude keine Haftung. Eltern haften für ihre Kinder.

Risikoerklärung

Die Gelände und auch die Gebäude, die bei dieser Tour betreten werden, bergen Gefahren. Die Häuser waren als Leerstandsobjekt viele Jahre lang sich selbst überlassen. Im Boden können sich Löcher und andere Unebenheiten befinden. Stufen, Geländer und jedwedes Inventar entspricht nicht zwingend den heutigen Sicherheitsstandards öffentlich zugänglicher Gebäude. Am Boden verteilen sich teilweise Schuttteile, Glassplitter und einzelne scharfkantige Gegenstände. Einige Gebäudeteile und Bereiche in den Dächern sind marode und einsturzgefährdet. Die Treppengeländer können durchgerostet sein. Die hygienischen Bedingungen in den Häusern entsprechen nicht den üblichen Standards in sanierten Gebäuden. Daher verlangt das Begehen des Ortes erhöhte Aufmerksamkeit.

Alle Texte und Bilder in dieser Tour-Beschreibung entsprechen dem aktuellen Zustand vor Ort. Da es sich bei der Location um ein Leerstandsobjekt handelt, kann es aber sein, dass ich kurzfristig Änderungen ergeben. Wir aktualisieren in diesem Fall schnellst möglich unsere Angaben und Bilder auf der Webseite oder informieren dich, falls die Änderungen deine gebuchte Tour einschränken.

Allgemeine Informationen

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